Eberhard muss für S 21 weichen

Die Eberhardsgruppe in jedem Stadtplan Stuttgarts eingezeichnet muss weichen dem Wahnsinnsprojekt S 21. Diese Gruppe wurde von dem Bildhauer Paul Müller geschaffene und im Jahr 1881 dort aufgestellte.Sie erinnert an den württembergischen Grafen Eberhard, dessen Beliebtheit in der Ballade „Der reichste Fürst“  zum Ausdruck kommt. Geschrieben hat das Werk der legendäre Dichter und Mediziner Justinus Kerner (1786-1862)

Hier zur Erinnerung die Ballade. Ob ein heutiger oder ein ehemaliger „Landesvater“ sagen kann: „ich mein Haupt kann kühnlich legen jedem Untertan in Schoss.“ Das ist zu bezweifeln.

 

Der reichste Fürst

Preisend mit viel schönen Reden
ihrer Länder Wert und Zahl
saßen viele deutsche Fürsten
einst zu Worms im Kaisersaal

„Herrlich“, sprach der Fürst von Sachsen
„ist mein Land und seine Macht
Silber hegen seine Berge
wohl in manchem tiefen Schacht.“

„Seht mein Land in üpp´ger Fülle“
sprach der Kurfürst von dem Rhein
„goldne Saaten in den Tälern
auf den Bergen edlen Wein.“

„Grosse Städte, reiche Klöster,“
Ludwig, Herr zu Bayern, sprach
„schaffen, dass mein Land den euern
wohl nicht steht an Schätzen nach.“

Eberhard, der mit dem Barte
Württembergs geliebter Herr
sprach: „Mein Land hat keine Städte
trägt nicht Berge silberschwer

Doch ein Kleinod hält´s verborgen –
daß in Wäldern noch so groß
ich mein Haupt kann kühnlich legen
jedem Untertan in Schoss.“

Und es rief der Herr von Sachsen
der von Bayern, der vom Rhein
„Graf im Bart, ihr seid der reichste
euer Land trägt Edelstein!“

Text: Justinus Kerner , 1818, zuerst in Morgenbl. 1818 Nr. 124.

Als Europas Fürsten 1815 beim Wiener Kongreß Deutschland in viele kleine Staaten aufteilten, war wohl kaum einer unter ihnen, der seinen Kopf in den Schoß seiner Untertanen hätte legen können, ohne in Gefahr zu sein, geköpft zu werden. „Das Lied folgt der Sage, welche die Tatsache auf die Fürstenversammlung 1486 zu Worms verlegt. Die Melodie gehört ursprünglich zu dem Lied „In des Waldes düstern Gründen“, das in dem Roman „Rinaldo“ von Vulpius 1800 vorkommt und bald Volkslied wurde. Frappant ist in der Melodie die Schlußwendung, die offenbar der Marseillaise entlehnt ist“ (Böhme, 1895)

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