Aufschwung made in Germany: Rekord-Profite und Reallohnverluste

isw – Fred Schmid

Angeblich ist es der stärkste Aufschwung seit der Wiedervereinigung: „XXL“ (Brüderle). Das Problem ist nur: er geht an gut vier Fünftel der Bundesbürger vorbei. Selbst diejenigen, die (noch) in Lohn und Brot stehen, gehören grö&azlig;tenteils zu den Verlierern. Von den Rentnern, Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfängern, denen die Inflation immer mehr an die Substanz geht, gar nicht zu reden. Wie das Statistische Bundesamt zum „Tag der Arbeit“ meldete, sind im Konjunkturaufschwung die Tarifverdienste von Januar 2010 bis Januar 2011 um ganze 0,9 Prozent gestiegen. Unter dem Strich bedeutet das Reallohnverlust, denn die Lebenshaltungskosten waren im Januar um zwei Prozent höher als im entsprechenden Vorjahresmonat (im Jahresdurchschnitt 2010: +1,1%). Der „Grund für die vergleichsweise schwache Entwicklung der Tarifverdienste ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (destatis) noch immer die Wirtschaftskrise, die auch die im Jahr 2010 erzielten Tarifabschlüsse beeinflusste. So fielen die Neuabschlüsse in der ersten Jahreshälfte 2010 trotz ansteigender Konjunktur vergleichsweise moderat aus“. Selbst Einmalzahlungen, die in der destatis-Berechnung nicht enthalten sind, können das Bild nicht wesentlich aufhübschen. Insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, zu denen „die stark exportabhängigen Branchen Chemische Industrie, Metallindustrie und Maschinenbau gehören, lagen die Tarifverdienste 2011 nur geringfügig über dem Niveau von Januar 2010: sie stiegen durchschnittlich um 0,5 Prozent“. „Aufschwung made in Germany: Rekord-Profite und Reallohnverluste“ weiterlesen

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