1. Mai

Kundgebung: Nürtingen Schillerplatz, 10.30 Uhr

Aufruf des DGB:

Das ist das Mindeste: Faire Löhne, gute Arbeit, soziale Sicherheit

Wir leben in unruhigen Zeiten: Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe in Japan, Aufstände gegen Unterdrücker-Regime in arabischen Staaten. Die anhaltende Spekulation auf den Rohstoff- und Kreditmärkten, Angriffe auf soziale Errungenschaften und gewerkschaftliche Rechte im Windschatten der Eurokrise bedrohen die Existenzgrundlagen der Arbeitnehmerschaft und der sozial Schwachen.

Mainelke zum Tag der Arbeit 2011DGB

In Teilen der Wirtschaft konnte die Krise dank des Einsatzes der Arbeitneh­merinnen und Arbeitnehmer gemildert werden – der Respekt dafür ist bis heute ausgeblieben. Im Gegenteil! Bundesregierung und Arbeitgeber weiten Niedriglöhne, befristete Jobs und unsichere Arbeit immer weiter aus. Equal pay in der Leiharbeit und einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn lehnen sie ab – gegen die Forderung der großen Mehrheit der Bevölkerung. Aus der solidarischen Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme haben sich die Arbeitgeber verabschiedet, nachdem ihnen der Gesetzgeber die Türen ge­öffnet hat.

Deutschland ist in Schieflage. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer. Nicht wir haben über unsere Verhältnisse gelebt, sondern Spekulanten, Manager und Banker. Die Finanzmärkte müssen wirksam reguliert werden und die Reichen und Vermögenden müssen endlich ihren Beitrag zur Bekämpfung der Krisenfolgen und für unseren Sozialstaat leisten. Für eine sichere Zukunft brauchen wir starke soziale Sicherungssysteme und paritätische Beiträge der Arbeitgeber.

Der Atomausstieg ist ohne Alternative. Wir Gewerkschaften wollen ihn, denn wir stehen für einen Fortschritt, der die Natur und die Umwelt achtet. Und wir stehen zum Industriestandort Deutschland. Seine Zukunft hängt von einer sicheren und sauberen Energieversorgung ab. Auch von neuen Netzen. Wir stehen zum Energiesparen, zu Energieeffizienz und zu einem raschen Umstieg auf erneuerbare Energien.

Aufruf 1. Mai 2011 (PDF, 405 kB) Motto: Das ist das Mindeste! Faire Löhne – Gute Arbeit – Soziale Sicherheit.

Wir begrüßen die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa. Mobilität muss aber unter fairen Bedingungen gestaltet werden. Für entsandte Beschäftigte sowie Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter gilt: gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Sie dürfen nicht als Lohndrücker missbraucht werden. Der ungerechte Euro-Plus-Pakt von Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy ist der falsche Weg: Eingriffe in die Tarifautonomie, Schuldenbremse, Ausweitung des Niedriglohnsektors, Erhöhung des Renteneintrittsalters. All das steht für ein Europa, das wir so nicht wollen.

Wir fordern von der Bundesregierung und von den Arbeitgebern:

  • gleichen Lohn für gleiche Arbeit für Stamm- und Leihbeschäftigte,
  • den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde,
  • gute Arbeit, die eine Familie ernährt, nicht krank macht und mitbestimmt ist,
  • flexible Übergänge in die Rente statt Rente mit 67 und
  • eine solidarische Bürgerversicherung im Gesundheitssystem und in der Pflege statt Kopfpauschalen und immer mehr Eigenbeteiligung.

Der 1. Mai ist unser Fest der Solidarität und kein Ort für alte und neue Nazis.

Wir demonstrieren am 1. Mai in Deutschland und Europa für eine gerechte soziale Ordnung: mit guter Arbeit, fairen Löhnen und sozialer Sicherheit für alle! Wir wollen eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt.

DAS IST DAS MINDESTE!

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6 Gedanken zu “1. Mai

  1. Der DGB ist ein Papiertiger. Er hat in den Fragen Mindestlohn, Leiharbeit, equal pay, Bankenabzocke, Arbeitsmarktreform usw. völlig versagt. Sommer ist ein SPDler und das sagt alles.

    1. Deine Einschätzung über den DGB teile ich weitgehend. ich sehe es aber als wichtig an, dass wir im DGB eine Einheitsgewerkschaft haben, die shcließlich aus einem antifaschistischen Verständnis heraus gegründet wurde

  2. Einheitsgewerkschaft hat sicherlich vorteile, gerade bei Streiks, gleichzeitig hat sie natürlich auch ein „Strömungsproblem“ und bleibtin vielen Fragen unentschlossen.
    NRW-DGB-Chef Schneider, z.b., jetzt arbeitsminister, arbeitet gerne mit DER neoliberalen BertelsmannStiftung zusammen.
    Wieshügel, von der IG-Bau, hat den Gebaüdereinigern einen Mindestlohn verschafft.
    Riester war und bleibt Versicherungslobbyist.
    Huber hat ein „Bankentribunal“ versprochen – und ist eingeknickt vor Steinbrück.
    Hamm ist bei den LINKEN un ein kosequenter Gewerkschafter.
    Also – alle unter einem Dach -aber total verschiedene Positionen. Und das lähmt die Schlagkraft und die klare Botschaft.

    1. das stimmt allles! Besonders schlimm sind dabei solche Karrieristen wie Huber, der vom KAB (heute MLPD) kommend, wortradikal begann und dann zum Knecht wurde.
      Vergessen sollte man aber nicht die Mitglieder der Gewerkschaft und nicht nur auf die Führung schauen!

  3. Der Fall RIESTER – die Zerstörung des Rentensystems und die Plünderung der Rentenkasse zu Gunsten der privaten Versicherungsbranche, gehört zu den grössten Schweinereien der SPD

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