Weniger Lehrer – Bruch von Wahlversprechen

Bildung hat Vorrang“ – so hieß es noch unisono im erst vor kurzem beendeten Wahlkampf. Hierzu einige Zitate aus den Wahlprogrammen von Grünen und SPD:

Die Zitate aus den Wahlprogrammen sind kursiv gesetzt:

GRÜNE:

Investitionen in Bildung haben für uns Vorrang

Bildung ist – neben der Ökologie – die wichtigste Zukunftsaufgabe Baden-Württembergs.

Bildung ist für uns GRÜNE mehr als der bloße Erwerb von Qualifikationen für den Arbeitsmarkt. Bildung bedeutet auch, die Persönlichkeit zu entfalten, soziale Kompetenzen zu erlernen und die Demokratie wertzuschätzen

Bei besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung werden zusätzliche Stunden für Kleingruppenbildungen zugewiesen.

Für den Ausbau der Ganztagsschulen sind zusätzliche Lehrerstunden und ein Budget für außerschulische Lehrbeauftragte notwendig. Das bisherige ehrenamtliche Jugendbegleiterprogramm ist bei Weitem nicht ausreichend.

Wir setzen uns dafür ein, dass Lehrerstunden für Ganztagsschulen mit besonderen pädagogischen und sozialen Aufgabenstellungen nicht reduziert werden, sondern dauerhaft erhalten bleiben.

Wir setzen uns dafür ein, dass Lehrerstunden für Ganztagsschulen mit besonderen pädagogischen und sozialen Aufgabenstellungen nicht reduziert werden, sondern dauerhaft erhalten bleiben.

SPD

Während sehr viele Lehrerstellen fehlen bzw. unbesetzt bleiben, während die Arbeitsbelastung bei der Polizei ihre Grenzen bereits überschritten hat,

Die Bildung von Kindern und Jugendlichen an „sozialen Brennpunktschulen“ erfordert unsere besondere Anstrengung. Es bedarf individueller Bildungskonzepte mit überdurchschnittlichem Ressourcenaufwand.

Hierfür werden wir ein Landesprogramm auflegen.

Wir werden den drastischen Unterrichtsausfall in Baden-Württemberg nicht länger hinnehmen. Im Schuljahr 2009/10 fielen über 1,6 Mio.Unterrichtsstunden in den allgemein bildenden Schulen aus. Auch an den beruflichen Schulen fallen bis zu 12 Prozent des Unterrichts aus. Das werden wir ändern. Wir werden zusätzliche Lehrkräfte einstellen, um die Unterrichtsversorgung zu verbessern. Die Zahl der Vertretungen bei krankheitsbedingten Unterrichtsausfällen soll um ein Drittel erhöht werden. Außerdem sollen die dafür notwendigen Lehrkräfte unbefristet eingestellt werden.

Ende der Zitate!

So oder ähnlich klang es vor der Landtagswahl in den Wahlprogrammen von Grünen und SPD. Was übrig bleibt von den vollmundigen Versprechen ist: „Künftig soll es weniger Lehrer geben“ (Stuttgarter Zeitung, 12.4.2011). Argumentiert wird damit, dass „rechnerisch“ frei werdende Lehrerstellen durch den Rückgang der Schülerzahlen abgebaut werden sollen. Dies ist jedoch eine Milchmädchenrechnung, wenn man die Unterversorgung der Schulen mit Lehrerstunden in Betracht zieht. Die von der UN-Behindertechtskonvention geforderte Inklusion erfordert eben auch zusätzliche Lehrkräfte an den Regelschulen. Der Ausbau von Ganztagesschulen – in beiden Wahlprogrammen gefordert – geht nicht ohne zusätzliche Lehrerstunden, es sei denn man belastet damit die Kommunen, was aber bisher heftig kritisiert wurde.

Wer werden nun sehen, welche sonstigen „Einschnitte“ und „harte und klare Ansagen“ und brechen der Wahlversprechen noch folgen werden.

Wenn es noch einen Tucholsky gebe, dann hätte dieser sicher Stoff für gute satirische Texte!

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