FKN verlässt Nürtingen

Und nun? Diese Frage muss man der Mehrheit des Nürtinger Gemeinderates stellen!

Künstler können im Herbst einziehen
Von „Fellbach und Rems-Murr-Kreis“, aktualisiert am 08.03.2011 um 00:00
Fellbach/Nürtingen. Die Freie Kunstakademie hat sich entschieden, über einen Standort zu verhandeln. Von Hans-Dieter WolzDie Chancen auf eine attraktive Nutzung des Kill-Geländes an der Schorndorfer Straße steigen deutlich. In einer Mitgliederversammlung hat sich die Freie Kunstakademie Nürtingen (FKN) entschieden, sich zur Freien Kunstakademie Baden-Württemberg weiterzuentwickeln und Verhandlungen mit der Stadt Fellbach um 300 bis 400 Quadratmeter Raum im 4500 Quadratmeter Geschossfläche großen Kill-Areal aufzunehmen. Nach der Kündigung in ihren angestammten Räumen durch die Stadt Nürtingen will die seit 1977 bestehende Akademie ihre Medienstudiengänge nach Fellbach verlegen. Bereits im Wintersemester 2011/12 sollen sie hier starten. Im ersten Durchgang wird mit 17 bis 20 Studenten gerechnet.

„Das ist eine tolle Sache für Fellbach“, sagt Marco Ludwig, der persönliche Referent von Oberbürgermeister Christoph Palm. „Wir haben jetzt ein noch stärkeres Zeichen vom ersten großen Ankermieter für das Kill-Areal.“ Er erhofft sich, dass die Stadt Fellbach als Bildungsstandort aufgewertet wird und mögliche Kooperationen die vorhandenen Einrichtungen bereichern. Gedacht ist neben den bestehenden Privatschulen an das Virtual Dimension Center (VDC), das sich unter anderem mit digital verarbeiteten, dreidimensionalen Bildern und computerisierten Produktionsvorgängen beschäftigt.

Der erste FKN-Studiengang, der von Nürtingen nach Fellbach umziehen soll, trägt den Titel „Zeitbasierte und computergestützte Medien“. Er macht Studenten im Grundstudium damit vertraut, eine eigenständige Video- oder Medienarbeit zu produzieren und diese online zu stellen. Anschließend konzentrieren sich die Studierenden auf einen spezifischen Bereich der Medienkunst, um eine Abschlussarbeit zu entwickeln. Geplant sind darüber hinaus weitere Studiengänge im Bereich Animation und Kunst- und Kulturarbeit, die die FKN ebenfalls im Fellbacher Kill-Areal ansiedeln will. Das Studienangebot insgesamt umfasst Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Gefäßkeramik, Figürliche Keramik, Medien, Fotografie, Kunstgeschichte und Philosophie. Die achtsemestrigen Vollstudiengänge werden über Studiengebühren finanziert. Auch Gasthörer können sich einschreiben.

Der Teil-Umzug der FKN kommt der Verwaltung sehr entgegen: „Die Stadt hat seit längerem den Plan, Einrichtungen in der zukunftsträchtigen Branche der Kreativwirtschaft anzusiedeln“, sagt Marco Ludwig. „Die FKN hat einen guten Ruf, auch von der Qualität der Ausbildung her.“

Die Stadtverwaltung Fellbach hat die Industriebrache an der Schorndorfer Straße im November 2009 gekauft, und der Gemeinderat im Haushalt 2010 eine Summe von 800 000 Euro bereitgestellt, um die ehemalige Fabrikhalle samt dem Verwaltungsgebäude für eine neue Nutzung fit zu machen. „Die werden gerade verbaut“, sagt Marco Ludwig. Unter anderem ist das Dach abgedichtet worden. Marode Fenster wurden ausgewechselt, Schäden am Estrich ausgebessert. Die alte Heizung und die Elektro-Installation ist entfernt worden. Die neue Haustechnik wird in Kürze eingebaut. „Ziel ist es, das Gebäude bis zum Ende des Sommers so weit herzurichten, dass dort gelehrt werden kann“, sagt der Referent des Oberbürgermeisters.

Im Konzept für die neue Nutzung, über das der Gemeinderat Fellbach demnächst entscheiden wird, sind außer der FKN und möglicherweise für sie vorgesehene Erweiterungsflächen vor allem Atelierflächen für Künstler vorgesehen. Mehr als 40 Interessenten haben sich bei Marco Ludwig gemeldet: „Das hat sich in Künstlerkreisen schnell herumgesprochen. Es gibt in der Region einen erheblichen Bedarf an Atelierflächen, die nicht zu teuer sind.“ Auch FKN-Absolventen haben sich für Räume beworben. Neben den Künstlern werden Räume im nördlichen Teil des Areals den ausländischen Vereinen angeboten. Dort hat sich bereits ein italienischer Kulturverein niedergelassen.

Marco Ludwig stellt sich vor, in der zweistöckigen hellen Fabrikhalle aus den fünfziger Jahren Ateliers sowohl an aufstrebende junge Künstler als auch an etablierte Kunstschaffende zu vermieten, die damit auch besser vernetzt würden. Eine bunt gemischte Palette von Mietern ist geplant, Maler, Bildhauer, Kunsthandwerker: „Das Gebäude bietet die Möglichkeit, im anfahrbaren Untergeschoss unterzubringen, wer mit Maschinen Lärm macht, ohne die Maler oben zu stören.“ Auch das Erdgeschoss ist mit Aufzug und Anlieferungsrampe gut ausgestattet für größere Kunstwerke. Die Fabrikhalle kann sehr flexibel eingeteilt werden.

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