Hartz IV – die menschliche Katastrophe

Hier ein Bericht über Hartz IV und die Situation von Betroffenen

http://www.buergerstimme.com/Design2/2010-06/hartz-iv-die-menschliche-katastrophe/:

Hartz IV die menschliche Katastrophe

02.06.10

Welche Gedanken verbinden Sie mit Hartz IV? Gehören auch Sie zu denjenigen, welche nicht davon betroffen sind? Dann kann ich Ihnen an dieser Stelle nur gratulieren. Sie denken auch, Sie können auch nicht wohin und etwas beantragen, sich etwas holen? Dann darf ich Ihnen noch einmal gratulieren.

Es gibt Menschen, die sagen, wenn sie eine Hilfeleistung nicht bekommen, z.B. eine finanzielle Unterstützung, um sich weiterbilden zu können, von der sie annehmen ein  Hartz IV Empfänger würde sie bekommen, der Staat soll froh sein, dass sie noch keine Leistungen vom Staat beziehen müssen. Falsch. Sie müssen froh sein, noch nicht vom Staat abhängig zu sein!

Die Wahrheit über Hartz IV und deren Folgen…

Vielleicht war der Gedanken von Hartz gar nicht einmal so falsch. Da sollen Menschen, die in die Arbeitslosigkeit gerutscht sind, aufgefangen werden, sollen die Möglichkeit über einen Ein-Euro-Job bekommen, sich in einem Betrieb zu bewähren, sozusagen als Chance, um später eine Festanstellung zu bekommen. Oder aber die Möglichkeit über einen solchen Job sich besser wieder eingliedern zu lassen, da es immer besser ist, sich über einen Job zu bewerben. Mag sein, dass das so gedacht war…

Tatsache ist jedoch, dass eine systematische Kleinhaltung von Menschen damit bezweckt wurde, die durch herablassende Bemerkungen von Politikern und sogenannten Rechengenies, welche immer wieder neue Berechnungen auf den Markt werfen, womit ein Mensch leben könne, in der Öffentlichkeit ein Bild entstehen lassen, dass ein Mensch, der in finanzielle Not geraten ist, kein Mensch ist, sondern nur noch Ballast für die Gesellschaft. Man könne es auch im übertragenen Sinn damit vergleichen: wirf sie den Löwen zum Fraß vor.

Ein-Euro-Jobs haben keine neuen Arbeitsplätze entstehen lassen, sondern im Gegenteil, sie sorgten mit dafür, dass sich eine Parallelwelt entwickeln konnte.

Um ein für alle mal mit dem Vorurteil aufzuräumen, wer arbeiten will, bekommt auch Arbeit. Es ist keine Arbeit da. Es gab einmal Zeiten, da ging man zum Arbeitsamt und bekam tatsächlich Hilfe. Man bekam Stellen angeboten, Stellen, wo noch ein Lohn gezahlt wurde, von dem man leben konnte. Es wurden Umschulungen angeboten, um gerade auch Langzeitarbeitslose und ältere Mitmenschen wieder besser vermitteln zu können, aber auch junge Menschen zu fördern. Diese Zeiten sind dank Hartz IV längst vorbei.

Wer heute seinen Job verliert, der fällt erst einmal für ein Jahr ins ALG I. Hier werden noch eher Förderprogramme gewährt, als Menschen die ALG II beziehen. Fällt man nach einem Jahr aus den Bezügen von ALG I heraus und muss ALG II beantragen, werden nicht selten die gewährten Leistungen, welche man noch aus dem ALG I bekam, gestrichen – auch Umschulungen!  Wer sich hier nicht zur Wehr setzt, wird kaum noch eine Chance haben, sich weiterbilden zu können.

Fällt man sofort in ALG II bekommt man überhaupt keine Chance mehr. Man spaziert nicht eben mal so auf das Amt, füllt seinen Antrag aus, um dann Leistungen zu beziehen und bestenfalls noch eine geeignete Umschulung zu bekommen, nein, hier wird man erst einmal buchstäblich ausgezogen. Alles aber auch alles muss offengelegt werden. Menschen, die ihr Leben lang brav ihre Steuern gezahlt haben, müssen mit ansehen, wie ihnen ihr letztes Hab und Gut vom Staat streitig gemacht wird. Wer sich hier nicht auskennt, wird tatsächlich allem beraubt. Nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch in menschlicher.

Die Sachbearbeiter auf den Ämtern sind nicht für sie da, diese Menschen, die dort arbeiten, arbeiten für den Staat, sie behandeln Menschen wie Abschaum. Selten trifft man auf den Ämtern noch auf Menschen, die zwar auch nur ihren Job machen und die Verordnungen vermitteln, denen sie sich nun einmal zu unterwerfen haben, sozusagen der Prellbock zwischen der Obrigkeit und des Hilfebedürftigen darstellen, aber solche Menschen werden immer seltener, denn die meisten, die noch Mensch sind, können die Arbeitsweise, bzw. die Vorgehensweise dieses Systems nicht mehr mit ihrem Gewissen vereinbaren, im Gegenbeispiel zu denjenigen, welche schon immer bereit waren ein System mit zu unterstützen, um ihren eigenen Profit (hier eine Anstellung zu haben) erzielen zu können. Diese Menschen machen sich zum Werkzeug eines menschenverachtenden Systems. Ich darf erinnern, dass es schon immer Zeiten gab, in welchen Systeme zusammenbrachen, und diese Menschen sich dann hinstellten, die Hände hoben und sich damit herausredeten, sie hätten doch nur das gemacht, was man ihnen gesagt habe. Dies mag eine Erklärung sein, eine Entschuldigung ist es jedoch nicht! Denn: es gibt viele Methoden, Menschen ums Leben zu bringen und Hartz IV ist eine solche Methode!

Es werden sogenannte Eingliederungsvereinbarungen zum Unterschreiben vorgelegt, und glauben Sie bloß nicht, dass diese Eingliederungsvereinbarungen auch nur in der kleinsten Weise dem Antragsteller zu Gute käme, in einer solchen Eingliederungsvereinbarung werden lediglich die Pflichten zur Mitwirkung des Hilfebedürftigen aufgezählt. Die damit verbundenen Strafen, kommt man den Aufforderungen nicht nach, sind ebenfalls fein säuberlich auf einem extra Blatt aufgeführt. Mit keinem Wort wird hier erwähnt, was der Staat dazu tut, um dem Hilfebedürftigen die Arbeitssuche zu erleichtern, im Gegenteil. Es wird nur aufgeführt, zu was der Hilfebedürftige verpflichtet ist!

So müssen jegliche Art von Maßnahmen angenommen werden, und wenn es sich um die unsinnigsten Maßnahmen handelt, wie z.B. Kartoffeln schälen zu lernen . Dies nennt sich dann: Fit machen fürs Leben. Oder Menschen, die in einem Ein-Euro-Job dazu angehalten werden zu stricken, wenn sie es denn können, gemeinnützige Arbeit…. es gäbe hier noch unzählige weitere Beispiele in welche Maßnahmen Menschen genötigt werden, ohne auch nur im Ansatz eine Wiedereingliederung auf dem Arbeitsmarkt erkennen zu lassen.

Wer sich weiterbilden will, wer ein klares Ziel vor Augen hat, der wird ebenfalls keine Hilfe erhalten, weder in schulischer Unterstützung, um ein Studium zu beenden, welches benötigt wird, um in seinem Beruf sich weiter zu bilden und somit sich selbst aus eigener Kraft wieder eine Existenz auf bauen zu wollen, noch darin, sich seine Existenz in Sachen Selbstständigkeit und somit raus aus Hartz IV zu kommen. Wer hier glaubt ein Hartz IV Empfänger würde alles in den Hintern geschoben bekommen, der darf sich gerne einmal selbst in die Abhängigkeit des Staates begeben, an dieser Stelle wünsche ich schon mal vorab: Viel Spaß!

Menschen, die in ALG II Bezug stehen, kommen so bald nicht mehr heraus. Da werden Maßnahmen angeboten, die nach dem Motto ablaufen: Hund, friss oder stirb.

Da werden Jobs zu einem Hungerlohn vermittelt – über das Amt angeboten durch Arbeitgeber, die sich noch eine goldene Nase daran verdienen einen Billiglöhner eingestellt zu haben, der trotz Job noch immer Leistungen des Amtes in Anspruch nehmen muss, man spricht hier von Aufstockung der Bezüge, weil skrupellosen Arbeitgebern es dank HARTZ IV erst ermöglicht wurde, Arbeit zu Dumpinglöhnen anzubieten. Ein-Euro-Jobs werden durch den Staat angeboten, warum soll ein Arbeitgeber dies nicht nutzen und ebenfalls einen Minilohn zahlen dürfen, wenn es der Staat doch vormacht….?

Menschen, die ALG II beziehen, müssen sich Behandlungen gefallen lassen, die an Sklaventum erinnern, Leibeigene, die man hin und her vermitteln kann ohne ihnen eine reelle Chance zu geben sich aus eigener Kraft wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Es werden keine sinnvollen Maßnahmen zur Weiterbildung unterstützt, der ALG II Empfänger wird systematisch klein gehalten. Zur Belustigung derer, die noch immer nicht erkannt haben, was sich hier in unserem einst guten Sozialsystem gerade abspielt! Um Statistiken zu schönen, zu mehr taugen diese Maßnahmen nämlich nicht.

Es war einmal ein Sozialsystem, welches Hilfebedürftige auffing und menschlich behandelte, dieses System wurde durch Hartz IV völlig zum Erliegen gebracht! Die Zweiklassengesellschaft  ist bereits da! So bekommen ALG II Empfänger Jobangebote für genau 11 Monate vermittelt. Sie beziehen dann einen Minilohn über den Arbeitgeber – jedoch gerade mal so viel, um aus den Leistungsbezügen herauszufallen, bekommt jedoch hier die Möglichkeit mit dem Zusatz sich weiterhin dem “Amt zur Verfügung zu halten”, etwas mehr Geld hier, hat der Leistungsbezieher nun die “Wahl” weniger Geld oder weitere 11 Monate der staatlichen Willkür ausgesetzt zu sein-, der wiederum nur befristete Arbeitsverträge ausstellt, diese Arbeitgeber sind vorzugsweise im sozialen Sektor zu finden, wie z.B. in der Altenpflege, Jobs die noch nie gut bezahlt wurden, warum? Weil man hier ganz deutlich erkennen kann, was diesem System Menschen noch Wert sind, die in dieser hausgemachten Leistungsgesellschaft nicht mehr zu gebrauchen sind.

Der „Witz“ an dieser Sache ist jedoch der, dass die Betroffenen nach den 11 Monaten wieder einen Antrag auf Leistung ausfüllen „dürfen“, falls sie sich dazu entschlossen haben auf einige Euros zu verzichten, um der Willkür des Amtes zu entfliehen, nur um sich wenige Wochen später wieder in einer Vorstellungsrunde von Jobs zu finden, wo genau dieselbe Tätigkeit wieder angeboten wird, wieder für 11 Monate.

Erst nach 12 Monaten Festanstellung hat ein ALG II Bezieher die Möglichkeit  in das ALG I zu rutschen, und so hätte er die Chance auf bessere Hilfestellungen seitens des Staates, aber genau dies wird nicht gewährleistet! Wer hier denkt, warum auch, würde den Staat ja nur wieder unnötig Geld kosten, der weiß einfach nicht wie viele unnötige Gelder durch ALG II aufzuwenden sind: denn der Staat zahlt auch, wenn es darum geht, falsch berechnete Bewilligungsbescheide zur Anzeige zu bringen, oder die Aufstockung von unterbezahlten Jobs, ganz zu schweigen von den Leistungen, welche der Staat aufbringt pro Ein-Euro-Jobber dem “Arbeitgeber” pro Monat mit 500 Euro zu unterstützen, oder soll ich sagen zu subventionieren…?

Oder warum glauben Sie wird immer an denen eingespart, die ohnehin schon kaum noch etwas zum Leben haben? Es sind die Menschen, die in die Hilfebedürftigkeit gerutscht sind, und Menschen die alt und schlimmstenfalls noch krank sind. An denen wird sich ausgetobt, und den Mob freut es auch noch, ohne sich auch nur einmal für eine Sekunde einen Gedanken darüber zu machen, dass man selbst –in sofern man eine Arbeitsstelle hat- morgen bereits der Nächste sein kann, der in die Hilfebedürftigkeit abrutschen kann, einfach aus dem Grund, dass die Firma, in welcher man eben noch beschäftigt, morgen bereits in die Insolvenz gehen kann. Wo keine Kaufkraft erreicht wird, ist es zwangsläufig vorprogrammiert, dass eine Wirtschaft nicht angekurbelt werden kann. Und dahinter steckt System!

Hartz IV, das bedeutet neben der unmenschlichen Behandlung, welcher man auf dem Amt durch Menschen(!!!) ausgesetzt wird, nicht nur eine komplette Erniedrigung, sondern auch Ausgrenzung der allerübelsten menschenverachtendsten Art und Weise, welche bereits Menschen in vergangenen Diktaturen ausgesetzt waren.  So gibt es nicht selten Berichte von Betroffenen, die nach einem Besuch bei ihrem Sachbearbeiter oder ihrer Sachbearbeiterin zu Hause erst einmal zusammengebrochen sind, weil ihnen eine derart unmenschliche Behandlung widerfahren ist, die sich ein Mensch, der sich noch nie dieser Maschinerie ausgesetzt sah, nicht vorstellen kann!

Man verliert nicht nur über kurz oder lang den Glauben an ein Leben, welches wieder lebenswert erscheinen kann, nein, man wird systematisch fertig gemacht, dort wo man Hilfe erhofft, wird man auf eine Stufe gestellt, die keine Chance mehr erkennen lässt. Und es ist völlig gleichgültig, ob man all den Aufforderungen nachkommt oder nicht, es ist gleichgültig, ob man sich bewirbt oder ob man einen Ein-Euro-Job annimmt, man wird ständig gegängelt durch immer wieder neue Aufforderungen, irgendwelche Anträge auszufüllen, die immer undurchsichtiger werden, die falsch berechnet werden, durch die Unfähigkeit von Menschen (!?), die sich für dieses System zu Handlangern machen lassen! Da werden Leistungen gekürzt, die jeglicher Berechnungsgrundlage spotten, da werden Sanktionen verhängt, nur um Menschen in die Bahn zu bringen…ich frage mich hier, in welche Bahn sollen Menschen gebracht werden, sie haben sowieso keine Chance mehr.

Eine weitere Folge von Hartz ist die Tatsache, dass Menschen, die noch Unterstützungen einst durch den (Sozial-)Staat erfuhren, diese ebenfalls nicht mehr bekommen.

So bekamen z.B. Menschen mit wenig Rente, zu Zeiten des Sozialgeldes wenigstens noch eine Zuwendung in Form von Kleidergeld oder Wohngeld. Hier sind in erster Linie Witwen betroffen. Frauen, die so erzogen wurden, für ihre Familie da zu sein, Kinder groß zu ziehen, der Mann ging arbeiten. Nicht jeder wurde hier im Westen mit dem goldenen Löffel im Mund geboren, es gab schon immer Menschen, die hart arbeiten mussten.

Da stirbt nun der Mann, der Versorger ist weg. Einst nach Renteneintritt gab es vom Nettolohn 70% Rente. Nach dem Tod bekommt die Witwe von diesen 70% noch 65% Rente zugesprochen. Reichte dies nicht zum Leben, konnten Anträge auf Kleidergeld und/oder Wohngeld beantragt werden. Für die Betroffenen eine Erleichterung, gerade im Alter. Aber wie sieht das heute aus? Es gibt kein Kleidergeld mehr. Wer Wohngeld beantragt, darf nur eine Wohnung haben, die in der Quadratmeterzahl auch dem entspricht, wie es in den Hartz Gesetzen ausgearbeitet wurde, wie viel Wohnraum einer Person zum Leben zugesprochen wird. Da werden alte Frauen gezwungen umzuziehen, sonst bekommen sie keine Zuwendung vom Staat, dass auch diese Frauen ihren Obolus zum System beigetragen haben, interessiert heute nicht mehr, aber dies zählte noch nie. Schaut man hier in die Vergangenheit und erinnert sich an die Rentenanrechnung zur Kindererziehung, fielen genau diese Frauen heraus, die einst Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut hatten….. der Willkür der Besatzer ausgesetzt….

Wie sich die Zeiten doch gleichen….

Und hier möchte ich noch auf ein immer wieder gerne verfälschtes Bild des Hartz IV Empfängers hinweisen, es betrifft die Unschuldigsten unter ihnen, die Kinder: Kindergeld wird Hartz IV Beziehern als Einkommen angerechnet und auf die Leistungsbezüge angerechnet, dass wissen sehr viele Menschen nicht (!) und denken noch immer, das Hartz IV Empfänger nur Kinder in die Welt setzen, um dafür Geld zu kassieren. Es ist eine Schande, was in unserem Land passiert! Hier sei noch eine Frage gestattet: was können Kinder für die Arbeitslosigkeit ihrer Eltern? Was können Kinder für die Mißwirtschaft eines Landes? In diesem Zusammenhang muss ich noch erwähnen, dass Kinder, die sich in den Ferien einen Job suchen, dieses selbstverdiente Geld nicht behalten dürfen, um sich einen Wunsch zu erfüllen, nein dieses Geld wird ebenfalls als Einkommen angerechnet! Und ich dachte Kinderarbeit sei in Deutschland verboten, Sie auch?

Ein jeder, der ausgrenzt, ist nur zu feige zu seinen eigenen Fehlern zu stehen! Und Hartz IV grenzt aus!

Hartz IV Empfänger werden gedemütigt, beleidigt, ausgegrenzt dadurch, dass sie an dem kulturellen Leben nicht mehr teilhaben können. Irgendwann wird es einfach unangenehm auf die Einladungen von lieben Freunden zu reagieren, man möchte nicht ständig eingeladen werden und somit Anderen auf der Tasche liegen. Die Folge daraus ist Rückzug in die Isolation. Viele Menschen haben resigniert, sie machen entweder alles mit, was ihnen aufgedrückt wird, oder aber sie wählen den Suizid. Es gibt bereits genügend Menschen, die sich aus purer Verzweiflung das Leben genommen haben, weil sie sich einer Macht gegenüber gestellt sahen, der sie sich einfach nicht mehr zu wehren fähig waren…

Und genau das ist auch beabsichtigt. Denn der Staat hat sich selbst in die Pleite gefahren und dafür zahlen nun die, die keine Chance mehr bekommen.

Erich Fromm beschreibt es in seinem Buch “Die Kunst des Liebens” wie folgt:

Das tiefste Bedürfnis des Menschen ist demnach, seine Abgetrenntheit zu überwinden und aus dem Gefängnis seiner Einsamkeit herauszukommen. Ein absolutes Scheitern bei diesem Versuch führt zum Wahnsinn, weil das panische Entsetzen vor einer völligen Isolation nur dadurch zu überwinden ist, dass man sich so völlig von der Außenwelt zurückzieht, das Gefühl des Abgetrenntseins verschwindet, und zwar weil die Außenwelt, von der man abgetrennt ist, verschwunden ist.

Weiter schreibt er:

Bekanntlich sind die Armen eher gewillt zu geben, als die Reichen. Dennoch kann Armut, wenn sie ein bestimmtes Maß überschreitet, es unmöglich machen zu geben, und sie ist dann nicht nur wegen der Entbehrungen, die sie unmittelbar verursacht, so erniedrigend, sondern auch, weil sie den Armen die Freude am des Gebens nicht erlaubt.

Fromm bezieht sich hier nicht nur auf Materielles, sondern auch auf das menschliche Geben. Ein Mensch jedoch, der jeder menschlicher Grundlage beraubt wird, ist irgendwann auch einmal nicht mehr in der Lage hinsichtlich menschlichem Geben, etwas zu geben….

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Ihre

Petra Hanse

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s