Wörthbebauung und die Presse

Die folgende Pressemitteilung wurde von der Nürtinger Zeitung nicht abgedruckt!

Freizeitpark statt Neckarvillen                         Pressemitteilung         DIE LINKE
DIE LINKE: Verstoß gegen Regionalplanung

In der letzten Mitgliederversammlung der LINKEN Nürtingen im Waldheim stand die Bebauung des Wörth-Areals Nürtingen im Mittelpunkt der Diskussion. Stadtrat Peter Rauscher führte in den Sachstand ein.
Die Mitglieder lehnten die geplante zweizeilige Bebauung ab, die teilweise nur noch einen 5 m breiten öffentlichen Korridor übrig lässt. Eine stadtnahe Erholung könne auf diesem schmalen Streifen nicht stattfinden, zumal dieser einen 2,50 m breiten Rettungsfahrweg mit Fußgänger-, Radverkehr, Bänke und Tische sowie spielende Personengruppen aufnehmen müsste. Die Fläche der zweiten Bauzeile der Allgemeinheit vorzuenthalten, stelle eine weitere Umverteilung von unten nach oben dar: subventionierter Wohnbau am Fluss zu Gunsten weniger Vermögender. Die immerhin 5-geschossige Bebauung unmittelbar am Neckarufer stelle einen erheblichen Eingriff in das Landschaftsbild und schon deshalb eine rechtswidrige Bebauungsplanung dar.
DIE LINKE tritt dafür ein, dass lediglich allenfalls eine einzeilige Bebauung entlang der Wörthstraße zugelassen werden sollte, die geplante zweite Zeile entlang des Neckars hingegen vollständig der Allgemeinheit zur Freizeitgestaltung zur Verfügung gestellt, der bisherige Deich erhalten und die eigentliche Hochwasserschutzmaßnahme unmittelbar entlang der Bebauungsgrenze neu errichtet wird. Im extremen Bedarfsfalle das Gelände des Freizeitparks dann kontrolliert als Retentionsfläche geflutet werden. So könnten auch gehbehinderte Personen weiterhin den bisherigen alten Deich nutzen – bei der vorgelegten Neuplanung entstünden für diesen Personenkreis unüberwindliche Hürden (2,35 m Niveauunterschied).
Das Vorhaben der Stadt, so DIE LINKE, verstoße offen gegen Geist und Buchstaben der Regionalplanung. Der Masterplan Landschaftspark Neckar fordere eine Balance zwischen Neckar und Kommune, wohnortnahe Erholung am Fluss, Verbesserung der Aufenthaltsquali- tät und ökologische Situation. Jeder Neckarort müsse „eine Adresse am Fluss“ haben. All diese Faktoren könnten nur umgesetzt werden durch Freigabe deseinzigen vom Stadtkern gut zugänglichen Grünbereiches an Neckar und Steinach. Eine solche Chance biete sich nie wieder.
Bei der städtischen Planung, die sich nur auf den Landes-Sanierungszuschuss von 900.000,- EUR beschränke, seien weitergehende Fördertöpfe offenbar nicht hinreichend berücksichtigt worden. Unbekannt sei noch immer, ob Anträge bei der Region Stuttgart gestellt wurden bezogen auf den Landschaftspark Neckar (20 Mio EUR bis 2020 , 1,5 Mio EUR jährlich ; weitere 30 Mio EUR bei Co-Finanzierung Region mit Kommune) sowie Zuschüsse der Region von 50 Prozent bei Renaturierungsmaßnahmen, „Plattform Unser Neckar“ des Landes Baden-Württemberg, Zuschüsse der EU. Geäußerte Ausflüchte, eine Streichung der zweiten Baureihe zu Gunsten eines öffentlichen Parks mache das Vorhaben nicht finanzierbar, dienten somit eher der Lenkung der öffentlichen Meinung. In gleiche Richtung ginge die Behauptung

Von OB Heirich, die geplante verdichtete Bebauung stünde im Einklang mit der Regional- planung ; es würden ja Außenbereiche geschont. Dies treffe nach Meinung der LINKEN nur zu als allgemeiner Planungsgrundsatz, nicht aber – wie hier – bei sensiblen Flusslandschaften, für die die Region spezielle Regelungen in Form der Masterpläne beschlossen habe. Auch müsse dessen Äußerung zurück gewiesen werden, das Wörth-Areal sei noch nie Retentions- fläche gewesen. Ehe dieses Areal zum bebaubaren Innenbereich umgewidmet wurde, habe es seit Menschengedenken stets zum Hochwasser gefährdeten Gebiet gehört. Nürtingen sei nicht die einzige Neckargemeinde, die in Retentionsgebieten Bebauung zugelassen habe.

Verfasser: Eckhard Steinhäuser, Friedhofstr.24/4, 72657 Altenriet , 16.01.2011         Tel.gesch: 0711/129233297                                                  eingereicht von Pressesprecher DIE LINKE  Jochen Findeisen, Schlaitdorf

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